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500 Jahre Beweinung: Riemenschneiders letztes Steinwerk hat Geburtstag

In Maidbronn, einem Ortsteil von Rimpar bei Würzburg, steht eine Kirche, die von außen nichts verrät. Innen wartet ein Werk, das Kunsthistoriker zu den bedeutendsten Arbeiten Tilman Riemenschneiders zählen, und das Bistum feiert das gerade mit einer eigenen Jubiläumsausstellung, noch bis zum 14. Juni 2026, fünfhundert Jahre nach der Entstehung.

Um 1523 schuf Riemenschneider für das damalige Kloster Maidbronn ein steinernes Relief der Beweinung Christi. Zehn Figuren, kleiner als lebensgroß, etwa 1,2 bis 1,3 Meter hoch, gruppiert um den toten Jesus im Schoß Marias. Es gilt als sein letztes bekanntes Steinwerk, entstanden gegen Ende seines Lebens, er starb 1531. Ein Detail, das gerne übersehen wird: Riemenschneider hat sich selbst in die Szene gemeißelt, als Nikodemus, mit dem Salbgefäß in der Hand. Ein bisschen Eitelkeit gehörte offenbar auch im 16. Jahrhundert zum Künstlerhandwerk.

Über die Entstehung ist wenig überliefert, außer der Nachricht aus dem Kloster selbst. Was man weiß: 1525, im Jahr des Bauernkriegs, der auch durch Franken zog, wurden Kirche und Kloster in Maidbronn schwer beschädigt. Die Herren von Grumbach, eine einflussreiche Familie der Region, stifteten das Beweinungsrelief den notleidenden Nonnen anschließend für einen neuen Hochaltar, wohl auch als eine Art Wiedergutmachung.

Fünfhundert Jahre später steht das Werk noch immer an seinem Platz, in einer Kirche, die kaum jemand zufällig findet. Wer nach Maidbronn kommt, kommt gezielt, meistens wegen dieses einen Altars. Für ein Meisterwerk, das mitten in einem Bauernkriegs-Trümmerfeld überlebt hat, ist das eine bescheidene Karriere, aber vielleicht auch die passendste.

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