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Klimahaus Bremerhaven: Einmal um die Welt, ohne den Koffer zu packen

D-Bremerhaven [SiSt24] Manche Museen lassen sich in einem Satz erklären. Beim Klimahaus Bremerhaven klappt das nicht so richtig, und genau das macht den Reiz aus. Wer durch die Glastür am Hafen tritt, verlässt Bremerhaven für die nächste Stunde komplett und reist stattdessen entlang des achten Längengrads einmal um die Welt, durch Wüstenhitze, Dschungelfeuchte und antarktische Kälte, ohne dafür auch nur den Koffer zu packen.

Schon von außen ist klar, dass hier kein gewöhnliches Museum wartet: Die gläserne Fassade am Bremerhavener Hafen ist längst selbst zum Wahrzeichen der Stadt geworden. Drinnen wechseln Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Geräuschkulisse von Raum zu Raum, sodass man den Klimawandel nicht nur liest, sondern buchstäblich am eigenen Körper spürt.

Genau das unterscheidet das Klimahaus von klassischen Museen: Hier geht es nicht ums Betrachten aus sicherem Abstand, sondern ums Eintauchen. Schulklassen kommen genauso gern wie Familien im Regenurlaub oder Paare auf der Suche nach einem ungewöhnlichen Nachmittag, und jeder findet seinen eigenen Zugang zum Thema Klima.

Vier Ausstellungswelten, ein Thema

Zahlen sprechen für sich: Seit der Eröffnung 2019 haben mehr als sieben Millionen Menschen den gläsernen Bau am Bremerhavener Hafen besucht, rund 400.000 allein im vergangenen Jahr. Fast alle Besucher würden das Haus weiterempfehlen, eine Quote, von der sich andere Ausflugsziele gern eine Scheibe abschneiden dürfen.

Wer selbst hinfährt, findet vier Dauerausstellungen: „Reise“ führt entlang des achten Längengrads über fünf Kontinente an neun Stationen, von der Wüste bis zur Antarktis, samt Temperaturen, Gerüchen und Geräuschen vor Ort. „Wetterextreme“ erklärt auf 1.485 Quadratmetern, was Hitzewellen, Stürme und Fluten mit dem Klimawandel zu tun haben. „Perspektiven“ zeichnet die Geschichte des Klimawandels nach, von den natürlichen Ursachen bis zur von Menschen gemachten Gegenwart. Im „World Future Lab“ können Besucher schließlich selbst ausprobieren, was es heißt, an Lösungen zu arbeiten.

Sir Bob Geldof nannte das Haus einmal einen „Liebesbrief an den Planeten“, ein Satz, der auf der Fassade fast so gut aussehen würde wie die Glasfront selbst.

Auszeichnungen, die bleiben

Als gemeinnützige GmbH verfolgt das Haus unter Geschäftsführerin Ingrid Hayen konsequent den Weg einer gemeinwohlorientierten Bildungseinrichtung, Schirmherr ist der jeweilige Bundesumweltminister. 2020 erhielt das Klimahaus den internationalen Climate Smart Award, den sogenannten „Museums-Oscar“, und ziert seither auch eine offizielle Zwei-Euro-Sondermünze. Wer mit offenen Augen durchs Haus geht, merkt schnell: Diese Auszeichnungen sind kein Zufall.

Das Klimahaus liegt Am Längengrad 8 in Bremerhaven, Tickets gibt es an der regulären Museumskasse oder online. Wer glaubt, ein Klimamuseum sei trockener Stoff für Fortgeschrittene, sollte sich selbst überzeugen: Wer einmal drin war, kommt meist mit der festen Absicht wieder, auch die übrigen Ausstellungswelten noch genauer zu erkunden.

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