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Nürnbergs kleinstes Freilichtmuseum hat geöffnet: ein Nachmittag im Laubenmuseum Langwasser

D-Nürnberg [SiSt24 Media] Sieben Gartenlauben, ein Verein mit langem Atem und eine Geschichte, die sonst kaum irgendwo in Deutschland zu besichtigen ist: Das Laubenmuseum in der Kleingartenanlage Karwendelstraße in Nürnberg-Langwasser zeigt, wie Menschen in den 1920er- und 1930er-Jahren ihre Freizeit verbrachten, und tut das mit einer Detailtreue, die selbst Stammgäste noch überrascht.

Gerettet, bevor es zu spät war

Zwischen 1994 und 1997 hat der Stadtverband Nürnberg der Kleingärtner e. V. mehrere historische Lauben vor dem Abriss bewahrt, originalgetreu abgebaut und in der Anlage Karwendelstraße wieder aufgebaut. Am 9. Mai 1998 wurde das Museum eröffnet, die Festrede hielt der damalige Vorsitzende und Initiator Hans Eschbach. Heute leitet Christian Oberhuber den Verein, der die Anlage seither pflegt und 2010/2011 sämtliche Lauben in ihren originalen Farben neu gestrichen hat.

Was das Museum besonders macht: Zu jeder Laube gibt es eine eigene Geschichte. Laube 3 stammte aus der mittlerweile aufgelösten Kleingartenanlage an der Bielefelder Straße, 9,35 Quadratmeter groß, mit Hauptraum, Geräteraum und WC. Laube 2 kommt aus der Anlage Kohlbuck, Baujahr 1933, ein Geschenk der letzten Pächter Christine und Johann Ellinger. Wer durch die Türen tritt, findet original eingerichtete Küchen, Wohnecken und Nachttische vor, bis hin zur Petroleumlampe auf der Anrichte und der Ehrenurkunde an der Wand.

Deutschlandweit fast einzigartig

Neben dem Kleingarten-Museum in Leipzig ist Langwasser der einzige Ort in Deutschland, an dem sich diese Epoche der Kleingartenbewegung so anschaulich besichtigen lässt. Kein Wunder, dass das Museum längst auch internationale Besucher anzieht und in der Lokalpresse regelmäßig als Geheimtipp gehandelt wird, ein kleines Haus mit großer Geschichte, das viele Nürnberger selbst noch nicht kennen.

Wer 2026 vorbeischauen möchte: Die Saison läuft seit Muttertag, dem 10. Mai, im 14-tägigen Rhythmus samstags von 14 bis 17 Uhr, die nächsten Termine reichen bis in den Oktober. Der Eintritt ist frei, eine kurze telefonische Anmeldung bei Frau Klingner oder Frau Rössler wird empfohlen. Erreichbar ist das Museum mit der U1 bis Scharfreiterring, wer lieber zu Fuß kommt, kann dem Wandertipp des VGN „Von Gärtla zu Gärtla“ von der Tullnau bis nach Langwasser folgen. Direkt gegenüber liegt die Vereinskantine Karwendelstube, für alle, die nach dem Museumsbesuch noch nicht genug vom Kleingartenflair haben.

Fotos: SiSt24.EU

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