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Energie-Museum Berlin: 5.000 Exponate und die größte Batterie West-Berlins

D-Berlin [SiSt24 Media] Im ehemaligen Umspannwerk Steglitz lagert eine der ungewöhnlichsten Sammlungen Berlins: über 5.000 Exponate zur Geschichte der Strom- und Wärmeversorgung, gesammelt und gepflegt von einem ehrenamtlichen Verein. Das Energie-Museum Berlin zeigt, wie eine eingeschlossene Großstadt sich über Jahrzehnte selbst mit Strom versorgte – und steht dabei selbst vor einer ungewissen Zukunft.

Die größte Batterie West-Berlins

Ab 1986 ging im damaligen Kraftwerk Steglitz eine Batterie-Speicheranlage ans Netz, die als Sofortreserve binnen Sekunden bis zu 17 Megawatt Leistung für rund 30 Minuten bereitstellen konnte. Der Hintergrund: West-Berlin betrieb seit 1952 ein komplett isoliertes Stromnetz ohne Verbindung zu einem überregionalen Verbundsystem.

Jeder Ausfall eines Kraftwerksblocks musste innerhalb von Sekunden ausgeglichen werden, um die Netzfrequenz stabil zu halten – die Batterieanlage war dafür jahrelang die schnellste verfügbare Reserve der Stadt.

Von Schutzrelais bis zur Rohrpost

Auf vier Etagen gliedert sich die Ausstellung in acht Fachbereiche: Kraftwerkstechnik, Netztechnik, Messtechnik, Schutztechnik, Kommunikationstechnik, Arbeitssicherheit, Anwendungstechnik und neue Technologien. Zu sehen sind mechanische Distanzrelais aus den 1930er-Jahren neben Rohrpostanlagen, Tonfrequenz-Rundsteuerungen und Fernschreibern – jedes Gerät ein Fundstück aus einem eigenen technischen Zeitalter.

Elektroautos, lange bevor sie Trend wurden

Dass elektrisches Fahren keine Erfindung des 21. Jahrhunderts ist, zeigt eine der Vitrinen: Ferdinand Porsche entwickelte 1899 bei der Wiener Hofwagenfabrik Lohner das Lohner-Porsche-Elektromobil, das 1900 auf der Pariser Weltausstellung für Aufsehen sorgte – ganz ohne Zwischengetriebe, dafür mit einer 410 Kilogramm schweren Bleibatterie und 50 Kilometern Reichweite.

Ausstellungsfotos aus den 1980er-Jahren zeigen, wie die BEWAG gemeinsam mit der Gesellschaft für Elektrischen Straßenverkehr genau dieses Thema schon einmal öffentlich verhandelte.

Ein Museum ohne festen Ort?

Praktische Infos: Das Energie-Museum Berlin (Teltowkanalstraße 9, 12247 Berlin-Steglitz) hat keine regulären Öffnungszeiten; Besuche sind nur nach Voranmeldung möglich, kostenlose Expressführungen finden am letzten Samstag im Monat von 11 bis 12 Uhr statt. Der Eintritt ist frei, der Betrieb finanziert sich ausschließlich über Spenden und ehrenamtliche Arbeit. Nach Vereinsangaben aus dem Jahr 2025 sollten die Räume im Umspannwerk Steglitz bis Ende März 2026 geräumt werden, da der Grundstückseigentümer Stromnetz Berlin die Fläche für einen Netzknotenpunkt-Neubau benötigt. Ob und wo die Sammlung an anderer Stelle weitergeführt wird, war zuletzt offen – vor einem Besuch sollte man sich direkt beim Verein nach dem aktuellen Stand erkundigen.

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