The Smarter E Europe 2026: was Energiewende kostet
D-München [SiSt24 Media] The Smarter E Europe 2026 war drei Tage lang der Beweis, dass Energiewende auf dem Papier funktioniert – und auf den Messeständen der Messe München richtig teuer wird. Vier Fachmessen, ein Ort, eine Botschaft: Ohne Fossile geht’s, wenn man bereit ist zu investieren.
Rund 2.800 internationale Aussteller präsentierten vom 23. bis 25. Juni ihre Lösungen für eine erneuerbare Energieversorgung rund um die Uhr. Wer alle Hallen durchlief, brauchte gute Schuhe und eine klare Vorstellung davon, was er suchte. Wer keine hatte, verlor sich spätestens zwischen Wechselrichtern, Megawatt-Ladesystemen und Wasserstoffelektrolyseuren. Bundesverband Solarwirtschaft
The Smarter E Europe 2026 vereint die vier Fachmessen Intersolar Europe, ees Europe, Power2Drive Europe und EM-Power Europe. Das Konzept dahinter ist so simpel wie effektiv: Wer Strom erzeugt, braucht Speicher. Wer Speicher hat, braucht eine Wallbox. Wer eine Wallbox hat, braucht Netzmanagement. Alle vier Disziplinen findet man hier auf einer Fläche. Bundesverband Solarwirtschaft

Megawatt lädt nicht mehr nur LKW
Das Thema, das an diesem Messejahrgang überall auftauchte, war das Megawatt Charging System. Nicht als Zukunftsvision, sondern als serienreifes Exponat. Schneider Electric zeigte auf der Power2Drive seinen StarCharge Fast MCS mit einer Ladeleistung von bis zu 1,44 MW. Auf dem Schild am Stand stand es schwarz auf weiß, ohne Marketing-Weichzeichner: Innovation, Megawatt Charging System, 1,44 MW.

Phoenix Contact wiederum legte beim Hochleistungsladen nach: Ihr HPC-Konzept deckte alle aktuell relevanten Steckerstandards ab — NACS, CCS Typ 1, CCS Typ 2 und MCS. Die angegebenen Ladestromwerte: 1.000 A im Boost-Modus, 800 A im Dauerbetrieb. Das sind keine Laborwerte mehr. Das sind Produktspezifikationen.

SpotMyEnergy und die Frage des dynamischen Tarifs
An Stand B5.670 zeigte SpotMyEnergy, was passiert, wenn Solaranlage, Smart Meter und dynamischer Stromtarif zusammenarbeiten. Die App-Demonstration war nüchtern und ohne Buzzword-Aufschäumung: Anlage installiert, aber ohne smarte Steuerung bleibt viel Ertrag auf der Strecke. Der Satz stand so auf dem Standschild. Ehrlicher als mancher Beratungsvortrag.

Hersteller aus aller Welt, Halle an Halle
Im Intersolar-Bereich zeigte sich, was der Großspeichermarkt gerade durchmacht: Growatt, SMA, ABB und DELTA standen auf engstem Raum nebeneinander. Das 125-kW/261-kWh-System, das auf WZ45 zu sehen ist, war kein Einzelexponat, sondern eines von vielen vergleichbaren Systemen. Der Wettbewerb ist angekommen.

Schneider Electric hatte mit dem Hallenauftritt rund um Stand B6.550 eine der auffälligeren Präsenzflächen. Das Motto „All you need for the road ahead“ klang nach Marketing, war aber tatsächlich mit Hardware unterlegt: Wallboxen, Depot-Lader, MCS-System — alles in einer Produktfamilie.

Young Innovators: made in Germany
Wer dachte, auf einer Messe dieser Größe hätten kleine Unternehmen keinen Platz, wurde beim Young-Innovators-Bereich eines Besseren belehrt. Das Förderprogramm für junge deutsche Unternehmen auf internationalen Messen war sichtbar präsent.

Notiz zum Schluss
Die Messe stand unter dem Leitthema: zuverlässig, kostengünstig, klimaneutral. Ob das auf jedes Produkt in jeder Halle zutraf, bleibt Einschätzungssache. Was zutreffend war: Die Technik ist reifer als die Rahmenbedingungen in vielen Ländern, und die Branche weiß das. Auf der nächsten Ausgabe — bereits terminiert für 2027 — soll die Messe auf vier Tage verlängert werden. Messe München
Stefan Siedler, SiSt24 Media, akkreditierter Pressevertreter
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