Frankfurt-Höchst: Eine Stadt in der Stadt

Frankfurt/Main (D) [SiSt24 Media] Zwischen Mainufer, Schloss und Justinuskirche bewahrt Höchst einen eigenen Rhythmus. Ein Spaziergang zeigt, wie mittelalterliche Mauern, Fachwerkhäuser und heutiges Stadtleben zusammenfinden.

Wer Frankfurt vor allem mit Hochhäusern verbindet, erlebt in Höchst einen überraschenden Perspektivwechsel. Am Main ist der Himmel weit, hinter der alten Stadtmauer werden die Wege enger. Durch einen Torbogen gelangt man in die Schlossanlage, wenige Schritte weiter stehen Fachwerkhäuser und die Justinuskirche. Die Entfernungen sind kurz, doch auf diesem Weg liegen viele Jahrhunderte.

Höchst war bis 1928 eine eigenständige Stadt. Das ist im Straßenbild noch immer zu spüren. Es gibt einen historischen Mittelpunkt, Gassen, die auf ihn zuführen, und Plätze, an denen man auch ohne bestimmtes Ziel stehen bleiben kann. Zugleich ist die Altstadt kein Freilichtmuseum. Hier wohnen Menschen, Geschäfte haben geöffnet, vor den Häusern stehen Fahrräder und Autos. Das alte Höchst gehört zum Alltag seiner Bewohner.

Der Main als Eingang zur Altstadt

Ein guter Anfang für den Rundgang ist das Mainufer. Von hier sieht man die Stadtmauer und darüber die Gebäude der Altstadt. Der Fluss schafft Abstand: Bevor man in die Gassen hineingeht, lässt sich Höchst als Ganzes betrachten. Spaziergänger ziehen am Wasser entlang, andere bleiben kurz stehen und schauen auf das gegenüberliegende Ufer.

Der Main war für Höchst über Jahrhunderte Verkehrsweg und Verbindung zur Umgebung. Heute ist er vor allem ein Ort, an dem die Stadt Luft bekommt. Nur ein paar Schritte trennen die offene Uferpromenade von den Mauern des Schlosses. Gerade dieser schnelle Wechsel macht den Spaziergang reizvoll.

Durch die Bögen zum Schloss

An der Schlossanlage bestimmen Stein, Durchgänge und Höfe das Bild. Von außen wirken die Mauern geschlossen. Hinter einem Tor öffnet sich plötzlich wieder Platz; durch die Bögen fällt der Blick auf Grünflächen und weitere Gebäude. Man muss keine Jahreszahlen auswendig lernen, um hier die frühere Bedeutung des Ortes zu erkennen.

Die Höchster Schlösser waren lange mit der Herrschaft des Mainzer Erzbistums verbunden. Heute werden ihre Wege und Höfe auf andere Weise genutzt. Besucher gehen hindurch, betrachten die Architektur oder suchen einen Platz mit Blick zum Main. Das Schloss ist dadurch ein Teil des Stadtteils geblieben, den man zu Fuß unmittelbar erleben kann.

Eine Kirche aus dem 9. Jahrhundert

Die Justinuskirche gehört zu den bemerkenswertesten Gebäuden von Höchst. Ihr Bau begann um 830; große Teile der karolingischen Kirche sind erhalten. Von außen steht sie ruhig zwischen den anderen Bauten der Altstadt. Im Inneren ziehen die Säulenarkaden den Blick nach vorn. Wer langsam durch das Kirchenschiff geht, bemerkt, dass der Raum aus verschiedenen Jahrhunderten erzählt.

Die Kirche ist dabei mehr als ein besonders altes Bauwerk. Sie wird weiterhin genutzt und gepflegt. Das verleiht ihr eine andere Wirkung als einem historischen Raum, der nur noch besichtigt wird. Ihre Geschichte ist lang, aber nicht abgeschlossen.

Fachwerk ohne Museumsglas

Rund um den Schlossplatz und in den benachbarten Straßen wechseln sich schmale Häuser, aufwendig gestaltete Fassaden und einfache Alltagsbauten ab. Das Fachwerk ist mal dunkel, mal farbig gefasst. Fensterläden, Türen und kleine Details geben den Gebäuden ihren eigenen Ausdruck. Wer nur das eine berühmte Fotomotiv sucht, übersieht leicht die Häuser daneben.

Gerade dort zeigt Höchst seinen Charakter. An einer Ecke fällt der Blick auf einen Giebel, hinter der nächsten Kurve auf eine Reihe eng stehender Fassaden. Dann unterbricht ein neueres Gebäude die historische Ansicht. Das gehört zu einer gewachsenen Stadt. Höchst ist über lange Zeit verändert worden und wird weiter genutzt, statt als fertiges Bild stillzustehen.

Mehr als eine historische Kulisse

Die Fotos des Rundgangs halten ganz unterschiedliche Seiten von Höchst fest: das Ufer, die Schlossmauern, den Innenraum der Justinuskirche und die Fachwerkstraßen. Zusammen zeigen sie, weshalb sich ein Besuch lohnt. Der Stadtteil lässt sich ohne große Wege erkunden, verlangt aber Zeit zum Hinsehen.

Höchst muss sich nicht gegen die Frankfurter Innenstadt behaupten. Seine frühere Eigenständigkeit ist noch an der Anlage der Altstadt und an ihren Gebäuden ablesbar. Am besten entdeckt man sie, indem man vom Main heraufkommt, durch die Schlossanlage geht und danach ohne Eile eine weitere Gasse nimmt.

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